
Die SP ist enttäuscht vom mutlosen Grundsatzentscheid des Erziehungsrates zur Oberstufenstruktur. Die SP hat eine Reform und keine Kosmetik erwartet. Leider wurde eine Chance für Weiterentwicklung der Oberstufe verpasst.
Der Erziehungsrat des Kantons St.Gallen hat aus Sicht der SP eine Chance verpasst. In der Oberstufe wird sich in Zukunft nichts bewegen. Innovativen Schulgemeinden wird es auch in Zukunft nicht möglich sein, Sekundar- und RealschülerInnen gemeinsam unterrichten zu können. Das Modell der integrativen Oberstufe würde die individuelle Förderung der Kinder erleichtern und die Chancengleichheit erhöhen. SP-Kantonsrat Donat Ledergerber bedauert, dass den Schulgemeinden die Zulassung für eine zukunftsweisende integrative Oberstufe oder auch Altersdurchmischtes Lernen nicht gewährt werden soll.
Dass zukünftig Oberstufen mit zwei Klassen pro Jahrgang geführt werden können, ist grundsätzlich positiv zu werten. Bei einem integrativen Schulmodell mit heterogenen Stammklassen hätten ausgeglichenere Klassen gebildet werden können, die auch kleinen Schulgemeinden neue Perspektiven eröffnet hätte. Der Erziehungsrat hat leider eine grosse Chance verpasst, hängige Probleme zu lösen und in die Zukunft zu investieren.
Problem „Flade“ und „Kathi“ weiterhin ungelöst
Weiter ist störend, dass die Problematik der reinen Sekundarschulen wie bspw. in St.Gallen, Gossau oder Wil vom Erziehungsrat nicht angegangen wird. Im Kanton gibt es immer noch reine Sekundarschulen, obwohl das Oberstufengesetz klar verlangt, dass Real- und SekundarschülerInnen in der gleichen Schuleinheit unterrichtet werden müssen. In Zukunft sollen die Schulgemeinden wählen können, ob sie das bisherige System beibehalten oder auf das kooperative Modell umstellen wollen. Regierungsrat Kölliker will sich am „Flade“ und am „Kathi“ anscheinend nicht die Finger verbrennen. Für die SP ist klar, dieses Problem gehört dringend angepackt!
Regierungsrat Kölliker wollte das Projekt bis 2012 umsetzen. Die SP hat diesen ergeizigen Fahrplan wiederholt hinterfragt. Es ist klar, dass unter Zeitdruck keine Reformen möglich sind. Jetzt gilt es, ohne Zeitdruck doch noch eine richtige Oberstufenreform mit der nötigen Gesetzesänderung aufzugleisen.
Publiziert 08.07.2010