Für alle statt für wenige


SP SG VERABSCHIEDET AM PARTEITAG FAMILIEN-RESOLUTION

1.Juli.2021

Am Parteitag der SP Kanton St.Gallen verabschiedeten die Delegierten der Kantonalpartei eine Resolution zum Thema „Vereinbarkeit Familie & Beruf“. Hier die Resolution im Wortlaut.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird heutzutage immer wichtiger. Viele Eltern sind aus verschiedenen Gründen darauf angewiesen. Leider sind sie vom System abhängig und es ist noch nicht überall so, dass diese Vereinbarkeit möglich ist.

Die daraus resultierenden Folgen sind für alle gravierend: Elternteile müssen kündigen und zuhause bleiben, da bspw. der Arbeitgeber kein niedriges Pensum anbieten will. Demzufolge fehlen sie in der Wirtschaft und sind anschliessend wegen Lücken im Lebenslauf beim beruflichen Wiedereinstieg benachteiligt. Gleichzeitig kommt man um die Arbeitslosigkeit nicht herum, hat allenfalls noch Einstelltage wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit und nach zwei Jahren droht die Aussteuerung / Abhängigkeit von der Sozialhilfe. Oder die Betreuungspreise der Kita o.ä. sind viel zu teuer, aufgrund des geringeren Einkommens können sich nur die Wenigsten die benötigte Fremdbetreuung leisten. Oder die Steuerbelastung ist bspw. aufgrund der «Heiratsstrafe» grösser und entsprechend unattraktiv. Der sowieso teure Wohnraum kommt hinzu. Das Einkommen sinkt, die Lebenskosten steigen. Zudem gibt es auf dem Arbeitsmarkt kaum Stellen mit tiefen Pensen und wenn, dann sind Teilzeitbeschäftigte auch wieder benachteiligt, bspw. mit dem hohen Koordinationsabzug bei der Pensionskasse, der geringeren AHV- und Pensionskassenrente oder im Stundenlohn gar mit weiteren Benachteiligungen.

Die Delegierten der SP SG fordern daher, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehr stark gefördert wird. Unter anderem sollen folgende Massnahmen ergriffen werden:

  • Stärkere finanzielle Subventionierung sowie Ausbau von (Klein-)Kinderbetreuungsplätzen.
  • Tagesstrukturen an Schulen werden geschaffen.
  • Öffentlich-Rechtliche Arbeitgeber (Kanton, Gemeinden, gemeindenahe Betriebe wie Alters- und Pflegeheime, etc) sollen als Vorbild aktiv werden und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern. Insbesondere bieten sie attraktive Anstellungsbedingungen an wie tiefe Pensen, Betreuungsgutscheine oder ermöglichen den Wiedereinstieg nach der Geburt.
  • Die Privat-Rechtlichen Arbeitgeber sollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ebenfalls fördern. Unterstützung bekommen sie beispielsweise von der «Fachstelle UND». In jedem Fall sind die Anstellungsbedingungen entsprechend zeitgemäss und attraktiv zu gestalten.
  • Der Mutter- und Vaterschaftsurlaub werden als «Elternzeiturlaub» weiterentwickelt und verlängert. Er sichert den frischgebackenen Eltern eine angemessene bezahlte Familienzeit zu, ohne Lohn- und arbeitsrechtliche Einbussen zu erleiden.
  • Die Benachteiligungen in den Sozialversicherungen für (Teilzeit-)angestellte werden beseitigt. Bspw. der Koordinationsabzug bei den Pensionskassen, die Berechnung der AHV-(Maximal-)rente oder Lücken in der 1. und 2. Säule während Familienarbeit.
  • Bessere Renten für Teilzeitangestellte in der beruflichen Vorsorge.
  • Der berufliche Wiedereinstieg für Eltern nach der Geburt wird erleichtert und unterstützt.
  • Der Kündigungsschutz für Eltern wird ausgebaut.
  • Die «Heiratsstrafe» wird beseitigt und für alle Ehe- und eheähnlichen Gemeinschaften fair und sozial neugestaltet.
  • Günstiger Wohnraum für Familien wird gefördert.
  • Der Anteil der individuellen Prämienverbilligung (IPV) wird erhöht und erweitert.
  • Die Gemeinden werden für Familien attraktiv(er).
  • Erhöhung der Familienzulagen für gering- und Mittelverdienende

(sp)




SP vor Ort